Es ist nun meine dritte große Radreise.
Und trotzdem fühlt es sich dieses Jahr wie ein erster Schritt an.
Nicht, weil ich unerfahren wäre – sondern weil ich anders losfahre. Ruhiger. Mit einem Gefühl von Vertrauen, das ich früher nicht kannte.
Beim ersten Mal, vor zwei Jahren, war alles neu. Ich bin einfach los – ohne zu wissen, was auf mich wartet. Zu viel Gepäck, zu wenig Ahnung, zu viele Pannen und mehr Regen, als ein Mensch ertragen sollte.
Im ersten Moment wusste ich oft nicht, wie ich alles alleine schaffen soll. Habe jeden Tag einfach weitergemacht. Vielleicht, weil ich spüren wollte, wie es ist, allein unterwegs zu sein. Vielleicht, weil ich mir selbst etwas beweisen wollte.Oder einfach, weil ich es nicht besser wusste.
Die zweite Reise im vergangenen Jahr war äußerlich leichter – besser vorbereitet, das Equipment dem Wetter vorm Vorjahr angepasst und dann als Entschädigung von viel Sonne begleitet. Aber innerlich war es die schwerste.
Ich hatte etwas mit im Gepäck, das nicht in Taschen passt. Eine Schwere, die sich nicht ablegen ließ. Und so wurde das Fahren, das Alleinsein zu einer Reise des Verarbeitens, aber vor allem auch der Erinnerungen. Kilometer für Kilometer habe ich versucht, zu verstehen, loszulassen, zu tragen.
Und jetzt? Ein weiteres Jahr später?
Ich packe nicht mehr perfekt. Ich kontrolliere nicht jedes Detail. Und zum ersten Mal stört mich das nicht. Mein Kopf fragt nicht. Mein Herz zweifelt nicht.
Ich muss nichts mehr beweisen. Ich muss nur fahren.
Mittelschweden – ich komme.
Mit leichtem Gepäck, einem freien Herzen – und diesem tiefen Gefühl:
Es wird gut. So, wie es ist.
Und vielleicht ist genau das die schönste Art, aufzubrechen: Wenn nichts mehr drängt – außer die Lust, unterwegs zu sein.